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Seit einigen Jahren stellt Feuerbrand ein zunehmendes Problem im Obstbau dar. Hervorgerufen durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht die Krankheit erhebliche Schäden in Obstplantagen. Das momentan wirkungsvollste Mittel zur Bekämpfung von Feuerbrand ist das Antibiotikum Streptomycin. Alternative Bekämpfungsmittel sind zwar erhältlich, erreichen jedoch einen tieferen Wirkungsgrad.
Das Bundesamt für Landwirtschaft hat im Januar 2008 den Einsatz von Streptomycin erstmalig befristet und mit strengen Auflagen versehen zugelassen. Diese Zulassung wurde für die Jahre 2009, 2010 und 2011 erneut erteilt. Eine der Auflagen ist ein Einsatzbegleitendes Monitoring, das von den Forschungsanstalten Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) und Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) durchgeführt wird und sich auf die Untersuchung von Resistenzen bei E. amylovora im Boden und auf Pflanzen konzentriert. Weltweit wird Streptomycin in verschiedenen Ländern eingesetzt, in den USA beispielsweise seit über 50 Jahren. Dennoch sind nur wenige Studien erhältlich, die über Resistenzentwicklungen Auskunft geben. Dass Resistenzentwicklungen untersucht und im Auge behalten werden müssen, ist grundsätzlich unbestritten. Im human- und veterinärmedizinischen Bereich stellen Antibiotikaresistenzen ein immer gravierenderes Problem dar und werden entsprechend beobachtet und untersucht, in der Schweiz beispielsweise im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 49 und dem daraus entstandenen Projekt SEARCH (Sentinal Surveillance of Antibiotic Resistance in Switzerland).
Mit Blick auf eine zusätzliche potentielle Verbreitung von Antibiotikaresistenzen steht die EFBS dem Einsatz von Streptomycin grundsätzlich eher zurückhaltend gegenüber. Sie macht dabei das Vorsorgeprinzip geltend: Aus ihrer Sicht fehlen zuverlässige Daten, um die Konsequenzen eines Streptomycineinsatzes abschätzen zu können. Bakterien, die resistent gegenüber Streptomycin werden, sind dies zu einem hohen Anteil nämlich auch gegenüber anderen Antibiotika, die in der Human- und Veterinärmedizin von Bedeutung sind. Sie hält ein multidisziplinäres Monitoring für unerlässlich, das verschiedene Fragestellungen berücksichtigt. Deshalb hat sie in Zusammenarbeit mit mehreren Bundesämtern und Forschungsanstalten sowie weiteren Experten ein Monitoringprojekt initiiert. Dieses geht über die Untersuchungen an E. amylovora hinaus und umfasst weitere Bakterienarten sowie die Übertragung von Resistenzgenen und die daraus folgende Resistenzentwicklung gegenüber Streptomycin und weiteren Antibiotika bei Bakterienpopulationen von Mensch und Tier. Das Projekt läuft über mindestens drei Jahre und wird von verschiedenen Forschungsgruppen durchgeführt . Untersucht werden dabei folgende Aspekte:
Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie bitte die Geschäftsstelle der EFBS.
Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2011